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herbieherb
Beitrag: #1
Betreff des Beitrags: Renderworks optimierter Rechner

Offline

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Vectorworks-Guru
Registriert seit: 25.04.2013
Beiträge: 1.897
Ich baue jedes Jahr mehrere für Vectorworks optimierte Rechner zusammen und upgrade ältere Systeme. Dieses Jahr haben wir uns für nur einen Neubau entschieden, welcher dafür etwa das doppelte unserer üblichen Rechner kostete. Dieser Rechner sollte speziell für schnelles Rendern mit Renderworks optimiert sein, jedoch auch im Alltag mit sehr grossen/detaillierten Projekten in OpenGL und 2D-Modus ordentlich arbeiten. An anderer Stelle versprach ich euch einen Erfahrungsbericht über diesen Rechner. Hier ist er nun also:

Das gesamte System sieht so aus:
  • Prozessor: AMD Threadripper 1950X (TR4, 3.40GHz, Unlocked) 1'030.– CHF
  • Grafikkarte: MSI GeForce GTX 1080 Ti GAMING X TRIO (11GB, High End) 911.– CHF
  • Mainboard: AsRock X399 Taichi (TR4, AMD X399, ATX) 380.– CHF
  • RAM: G.Skill Trident Z RGB F4-3200C14Q-32GTZRX (4x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288) 652.– CHF
  • Kühlung: Fractal Celsius S36 145.– CHF
  • Gehäuse: Fractal Define R5 Black (Midi Tower) 143.– CHF
  • Netzteil: Corsair RM750x (750W) 125.– CHF
  • Festplatte 1: WD Black (256GB, M.2 2280) 116.– CHF
  • Festplatte 2: WD Blue (2TB, 3.5", Desktop) 74.– CHF

Totalpreis (ohne Zusammenbau): 3576.– CHF
(Tagespreise bei digitec.ch)


Prozessor: AMD Threadripper 1950X (TR4, 3.40GHz, Unlocked) 1'030.– CHF

Fürs Rendern ein Genuss. In dieser Preisklasse sowieso. Beim Renderworks kommen die 16 Kerne voll zur Geltung. Renderings, welche bei Vergleichsrechnern mit 4 Kern-Prozessoren eine Stunde dauern, sind hier in 15 Minuten fertig. Gerade wenn man viele Testrenderings macht ists ein unglaublicher Komfortgewinn, ob man fast 10min oder etwas mehr als 2min wartet bis das Rendering fertig ist. In normalen 2D-Operationen merkt man von den vielen Kernen eigentlich nichts. Es werden zwar mit jeder Vectorworks-Version mehr Operation mehrkern-fähig programmiert. Im Moment merkt man davon aber kaum etwas. Fazit: Für alle die oft und in hoher Qualität rendern genial. Im 2D und OpenGL-Modus merkt man aber keinen Unterschied.

Grafikkarte: MSI GeForce GTX 1080 Ti GAMING X TRIO (11GB, High End) 911.– CHF

Lässt sich dank den drei Kühlern prima übertakten. Läuft auch unter Vollast und mit OC extrem leise. Bei mir läuft die Karte stabil mit +65MHz GPU Taktfrequenz und +750MHz Memory Takt. Das gibt dann einen Boost GPU Takt von 2012 MHz und 12528MHz Memory Takt (die meisten Programme zeigen hier die halbe Taktrate an, da DDR RAM). Maximaltemparatur unter Vollast liegt trotzdem bei 60°C.
Hier liegt aber auch das grösste Sparpotenzial am Rechner. Meiner Meinung nach hätte die 1070 für den Rechner und meine zwei HD Bildschirme fast die gleiche Leistung gebracht. Die 1080Ti hat gegenüber der 1070 zwei Vorteile:
Schnellerer/grösseren Arbeitsspeichers mit doppelter Bandbreite: Grosse Projekte, welche in OpenGL sehr viel Arbeitsspeicher brauchen profitieren davon, dass die OpenGL-Darstellung schneller/flüssiger ist. Allerdings scheint der Threadripper Prozessor mit seiner relativ langsamen Single-Thread-Performance die OpenGL-Performance extrem auszubremsen. Dies gilt nur für OpenGL, mit anderen Engines lässt sich die Grafikkarte ordentlich ins Schwitzen bringen, da bringt sie auch mit diesem System die maximale Leistung.
Wer bei sehr hoher Auflösung arbeitet (ein oder mehrere UHD-Bildschirme usw.) oder hochauflösende OpenGL-Renderings macht wird den Unterschied zwischen 1070 und 1080Ti wohl auch in Vectorworks bemerken, alle anderen sind mit der 1070 bereits bedient.
Fazit: für meine zwei HD Bildschirme hätts die günstigere GeForce GTX 1070 auch getan. Wenn ich mal Zeit habe, werd ich die Karten zwischen den genannten Rechnern vertauschen, mal sehn was das genau ausmacht.

Mainboard: AsRock X399 Taichi (TR4, AMD X399, ATX) 380.– CHF

Sehr günstig für ein TR4-Board, gute Ausstattung und in Tests sehr gute Performance.

RAM: G.Skill Trident Z RGB F4-3200C14Q-32GTZRX (4x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288) 652.– CHF

Da die gewünschten RAM lange nicht verfügbar waren, hatte ich hier verschiedene Konfigurationen am laufen, bis endlich die richtigen RAM geliefert wurden. Daher kann ich sagen:
1. Kauft euch unbedingt min. 4 Riegel um die ganze verfügbare Bandbreite zu Nutzen (der Threadripper-Prozessor unterstützt Quad-Channel, der sollte unbedingt auch so genutzt werden). Der Unterschied zwischen zwei und vier Riegeln macht ca. 20% Prozessorleistung aus.
2. Der Threadripper profitiert enorm von niedrigen Latenzen und schnellem Takt. Es lohnt sich also, in sehr teuren RAM zu investieren. Der Unterschied zwischen 4x2130MHz mit 18-18-18 Latenzen und 4x3200MHz mit 14-14-14 Latenz macht noch einmal ca. 20% Prozessorleistung aus.
Insgesamt könnt ihr mit den richtigen RAM also fast die doppelte Prozessorleistung rauskitzeln. Hier zu sparen wäre ein grosser Fehler. Die 400 CHF Mehrpreis gegenüber billigem RAM waren das am besten investierte Geld am ganzen Rechner. Achtet auf die Artikelnummern beim RAM es gibt sie mit genau der gleichen Bezeichnung. Erst die Artikelnummer (hier F4-3200C14Q-32GTZRX) gibt Auskunft über Latenzen, Taktrate usw. Bei G.Skill sind die mit Endung ZRX für die Threadripper optimiert und viel teurer als die mit Endung TZR.

Kühlung: Fractal Celsius S36 145.– CHF

Da der Prozessor ungewöhnliche 180Watt reine Wärme abgibt, ist eine ordentliche Kühlung Pflicht. AMD hat extra Kühlsysteme für den Threadripper Zertifiziert, kann man auf deren Seite nachlesen. Unterschätzt die Kühlung nicht, der Prozessor heizt unter Vollast extrem und Renderworks hält den Prozessor im Dauerbetrieb unter Vollast. Während dem Rendern hab ich eine Heizung unter meinem Schreibtisch. Wink Ich hab mich für die Kompaktwasserkühlung Fractal Celsius S36 entschieden. Sehr leicht zu installieren, kein Gebastel, drei Ventilatoren für leisen Betrieb. Unbedingt drauf achten, dass der Kühlkörper mit drei Ventilatoren 40cm Platz am Gehäuse braucht. Das Gehäuse braucht also einen entsprechend grossen Luftauslass.

Gehäuse: Fractal Define R5 Black (Midi Tower) 143.– CHF

Super Ausstattung, genug Platz für die Kompaktwasserkühlung. Wunderbare durchdachte Öffnungen für die Kabelführung. Genug Platz für einen recht bequemen Zusammenbau. Nur unter dem Kühlkörper der Wasserkühlung hatte ich etwas mühe die Stecker am oberen Ende des Mainboards einzustecken. Aber ging ohne gemurgse.

Netzteil: Corsair RM750x (750W) 125.– CHF

Sehr bequem im Einbau, da alle Kabel auch am Netzteil modular sind, d.h. separat eingesteckt werden können. Am Schluss liegt im Tower kein überflüssiges Kabelgewirr.

Festplatte 1: WD Black (256GB, M.2 2280) 116.– CHF

Schneller und teurer als eine normale SSD, da am M.2 Steckplatz. Lohnt sich aber für das Betriebssystem und die Programme. Für Datenablage habe ich eine normale Zweitfestplatte verbaut und die meisten Daten liegen bei uns auf dem Server. Von daher sind die 256GB zwar knapp, reichen aber für meine Zweck absolut aus.

Festplatte 2: WD Blue (2TB, 3.5", Desktop) 74.– CHF

Günstig und als Speicher für grosse Datenmengen fürs Archiv absolut genügend schnell.

Warum ist der Rechner nur halb, bis 1/3 so teuer wie ein iMac Pro mit vergleichbarer Renderperformance (Renderworks)?
Einerseits fehlt in meiner Preisliste der sehr hochwertige Bildschirm. Zum Anderen musste bei meinem Rechner nicht alle Hardware in den schmalen Bildschirm gepresst werden. So hat die Hardware genug Platz für die Wärmeableitung. Beim iMac Pro wurden Prozessor und Grafikkarte gedrosselt, der RAM ist sehr langsam getaktet. Bei meinem Rechner ist sehr schneller RAM verbaut, Prozessor und Grafikkarte sind moderat übertaktet. Grösster Kostentreiber beim iMac Pro ist aber die teilweise extrem teure Hardware, welche man als Vectorworks-Anwender schlicht nicht braucht. ECC RAM ist zum Beispiel sauteuer, bei Serveranwendungen, wissenschaftlichen Berechnungen usw. unerlässlich, für Vectorworks aber ohne Vorteile. Der Xeon Prozessor ist Top für Multithreading, leider ist er sehr langsam getaktet und im iMac Pro sogar noch langsamer als der Standard. Die Minimum 1TB SSD sind ja toll, eine Kombo aus grosser konventioneller Festplatte und kleiner, schneller SSD ist halt einfach viel günstiger. Die Profi-Grafikkarte des iMac Pro ist für Arbeiten ausgelegt, welche den VRAM um ein vielfaches ausfüllen. Sie hat sehr viel, sehr teuren, schnellen, VRAM verbaut. In Vectorworks liegt der leider grösstenteils brach, ausser man rendert in OpenGL. Für Videoschnitt ist die Grafikkarte zum Beispiel unerlässlich. Ich will den Rechner nicht kleinreden. Er ist sein Geld absolut wert, wenn man zur Zielgruppe gehört (Wissenschaftler, Video-Artists usw.). Einen Rechner mit wirklich vergleichbarer Hardware des iMac Pro bekommt man nirgends günstiger. Ein in Vectorworks ähnlich performanter Rechner kostet aber nur die Hälfte.

Fazit
Für die projektierte Aufgabe (möglichst schnelle Renderworks-Renermaschine) ist der Rechner tiptop. Kaffeezeiten haben sich merklich reduziert Smile Fürs OpenGL haben wir aber stärkere und viel günstigere PCs im Büro. Auf Kosten von (im Arbeitsalltag kaum merkbarer) OpenGL-Performance bekommt man die 4-fache Rendergeschwindigkeit. Der Rechner kostet dafür aber auch etwa doppelt so viel, wie eine normale Vectorworks-Arbeitsstation.


Vectorworks 2018 SP3 - Architektur - Win 10
27.04.2018 14:51
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Marc Wittwer
Beitrag: #2
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

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Staff
Registriert seit: 29.04.2008
Beiträge: 3.338
Hallo herbieherb

Vielen Dank für die wertvollen und detaillierten Hardware-Informationen!

Gruss, Marc

ComputerWorks AG, Basel
http://www.computerworks.ch
________________________________________
Vectorworks - Führende CAD/BIM-Spitzentechnologie
Weltweit verwirklichen über eine halbe Million Architekten und Designer grossartige Projekte mit Vectorworks!
29.04.2018 20:45
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nfedl
Beitrag: #3
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

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200er Club
Registriert seit: 03.03.2015
Beiträge: 363
(27.04.2018 14:51)herbieherb schrieb:  Ich baue jedes Jahr mehrere für Vectorworks optimierte Rechner zusammen und upgrade ältere Systeme. Dieses Jahr haben wir uns für nur einen Neubau entschieden, welcher dafür etwa das doppelte unserer üblichen Rechner kostete. Dieser Rechner sollte speziell für schnelles Rendern mit Renderworks optimiert sein, jedoch auch im Alltag mit sehr grossen/detaillierten Projekten in OpenGL und 2D-Modus ordentlich arbeiten. An anderer Stelle versprach ich euch einen Erfahrungsbericht über diesen Rechner. Hier ist er nun also:

Das gesamte System sieht so aus:
  • Prozessor: AMD Threadripper 1950X (TR4, 3.40GHz, Unlocked) 1'030.– CHF
  • Grafikkarte: MSI GeForce GTX 1080 Ti GAMING X TRIO (11GB, High End) 911.– CHF
  • Mainboard: AsRock X399 Taichi (TR4, AMD X399, ATX) 380.– CHF
  • RAM: G.Skill Trident Z RGB F4-3200C14Q-32GTZRX (4x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288) 652.– CHF
  • Kühlung: Fractal Celsius S36 145.– CHF
  • Gehäuse: Fractal Define R5 Black (Midi Tower) 143.– CHF
  • Netzteil: Corsair RM750x (750W) 125.– CHF
  • Festplatte 1: WD Black (256GB, M.2 2280) 116.– CHF
  • Festplatte 2: WD Blue (2TB, 3.5", Desktop) 74.– CHF

Totalpreis (ohne Zusammenbau): 3576.– CHF
(Tagespreise bei digitec.ch)


Prozessor: AMD Threadripper 1950X (TR4, 3.40GHz, Unlocked) 1'030.– CHF

Fürs Rendern ein Genuss. In dieser Preisklasse sowieso. Beim Renderworks kommen die 16 Kerne voll zur Geltung. Renderings, welche bei Vergleichsrechnern mit 4 Kern-Prozessoren eine Stunde dauern, sind hier in 15 Minuten fertig. Gerade wenn man viele Testrenderings macht ists ein unglaublicher Komfortgewinn, ob man fast 10min oder etwas mehr als 2min wartet bis das Rendering fertig ist. In normalen 2D-Operationen merkt man von den vielen Kernen eigentlich nichts. Es werden zwar mit jeder Vectorworks-Version mehr Operation mehrkern-fähig programmiert. Im Moment merkt man davon aber kaum etwas. Fazit: Für alle die oft und in hoher Qualität rendern genial. Im 2D und OpenGL-Modus merkt man aber keinen Unterschied.

Grafikkarte: MSI GeForce GTX 1080 Ti GAMING X TRIO (11GB, High End) 911.– CHF

Lässt sich dank den drei Kühlern prima übertakten. Läuft auch unter Vollast und mit OC extrem leise. Bei mir läuft die Karte stabil mit +65MHz GPU Taktfrequenz und +750MHz Memory Takt. Das gibt dann einen Boost GPU Takt von 2012 MHz und 12528MHz Memory Takt (die meisten Programme zeigen hier die halbe Taktrate an, da DDR RAM). Maximaltemparatur unter Vollast liegt trotzdem bei 60°C.
Hier liegt aber auch das grösste Sparpotenzial am Rechner. Meiner Meinung nach hätte die 1070 für den Rechner und meine zwei HD Bildschirme fast die gleiche Leistung gebracht. Die 1080Ti hat gegenüber der 1070 zwei Vorteile:
Schnellerer/grösseren Arbeitsspeichers mit doppelter Bandbreite: Grosse Projekte, welche in OpenGL sehr viel Arbeitsspeicher brauchen profitieren davon, dass die OpenGL-Darstellung schneller/flüssiger ist. Allerdings scheint der Threadripper Prozessor mit seiner relativ langsamen Single-Thread-Performance die OpenGL-Performance extrem auszubremsen. Dies gilt nur für OpenGL, mit anderen Engines lässt sich die Grafikkarte ordentlich ins Schwitzen bringen, da bringt sie auch mit diesem System die maximale Leistung.
Wer bei sehr hoher Auflösung arbeitet (ein oder mehrere UHD-Bildschirme usw.) oder hochauflösende OpenGL-Renderings macht wird den Unterschied zwischen 1070 und 1080Ti wohl auch in Vectorworks bemerken, alle anderen sind mit der 1070 bereits bedient.
Fazit: für meine zwei HD Bildschirme hätts die günstigere GeForce GTX 1070 auch getan. Wenn ich mal Zeit habe, werd ich die Karten zwischen den genannten Rechnern vertauschen, mal sehn was das genau ausmacht.

Mainboard: AsRock X399 Taichi (TR4, AMD X399, ATX) 380.– CHF

Sehr günstig für ein TR4-Board, gute Ausstattung und in Tests sehr gute Performance.

RAM: G.Skill Trident Z RGB F4-3200C14Q-32GTZRX (4x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288) 652.– CHF

Da die gewünschten RAM lange nicht verfügbar waren, hatte ich hier verschiedene Konfigurationen am laufen, bis endlich die richtigen RAM geliefert wurden. Daher kann ich sagen:
1. Kauft euch unbedingt min. 4 Riegel um die ganze verfügbare Bandbreite zu Nutzen (der Threadripper-Prozessor unterstützt Quad-Channel, der sollte unbedingt auch so genutzt werden). Der Unterschied zwischen zwei und vier Riegeln macht ca. 20% Prozessorleistung aus.
2. Der Threadripper profitiert enorm von niedrigen Latenzen und schnellem Takt. Es lohnt sich also, in sehr teuren RAM zu investieren. Der Unterschied zwischen 4x2130MHz mit 18-18-18 Latenzen und 4x3200MHz mit 14-14-14 Latenz macht noch einmal ca. 20% Prozessorleistung aus.
Insgesamt könnt ihr mit den richtigen RAM also fast die doppelte Prozessorleistung rauskitzeln. Hier zu sparen wäre ein grosser Fehler. Die 400 CHF Mehrpreis gegenüber billigem RAM waren das am besten investierte Geld am ganzen Rechner. Achtet auf die Artikelnummern beim RAM es gibt sie mit genau der gleichen Bezeichnung. Erst die Artikelnummer (hier F4-3200C14Q-32GTZRX) gibt Auskunft über Latenzen, Taktrate usw. Bei G.Skill sind die mit Endung ZRX für die Threadripper optimiert und viel teurer als die mit Endung TZR.

Kühlung: Fractal Celsius S36 145.– CHF

Da der Prozessor ungewöhnliche 180Watt reine Wärme abgibt, ist eine ordentliche Kühlung Pflicht. AMD hat extra Kühlsysteme für den Threadripper Zertifiziert, kann man auf deren Seite nachlesen. Unterschätzt die Kühlung nicht, der Prozessor heizt unter Vollast extrem und Renderworks hält den Prozessor im Dauerbetrieb unter Vollast. Während dem Rendern hab ich eine Heizung unter meinem Schreibtisch. Wink Ich hab mich für die Kompaktwasserkühlung Fractal Celsius S36 entschieden. Sehr leicht zu installieren, kein Gebastel, drei Ventilatoren für leisen Betrieb. Unbedingt drauf achten, dass der Kühlkörper mit drei Ventilatoren 40cm Platz am Gehäuse braucht. Das Gehäuse braucht also einen entsprechend grossen Luftauslass.

Gehäuse: Fractal Define R5 Black (Midi Tower) 143.– CHF

Super Ausstattung, genug Platz für die Kompaktwasserkühlung. Wunderbare durchdachte Öffnungen für die Kabelführung. Genug Platz für einen recht bequemen Zusammenbau. Nur unter dem Kühlkörper der Wasserkühlung hatte ich etwas mühe die Stecker am oberen Ende des Mainboards einzustecken. Aber ging ohne gemurgse.

Netzteil: Corsair RM750x (750W) 125.– CHF

Sehr bequem im Einbau, da alle Kabel auch am Netzteil modular sind, d.h. separat eingesteckt werden können. Am Schluss liegt im Tower kein überflüssiges Kabelgewirr.

Festplatte 1: WD Black (256GB, M.2 2280) 116.– CHF

Schneller und teurer als eine normale SSD, da am M.2 Steckplatz. Lohnt sich aber für das Betriebssystem und die Programme. Für Datenablage habe ich eine normale Zweitfestplatte verbaut und die meisten Daten liegen bei uns auf dem Server. Von daher sind die 256GB zwar knapp, reichen aber für meine Zweck absolut aus.

Festplatte 2: WD Blue (2TB, 3.5", Desktop) 74.– CHF

Günstig und als Speicher für grosse Datenmengen fürs Archiv absolut genügend schnell.

Warum ist der Rechner nur halb, bis 1/3 so teuer wie ein iMac Pro mit vergleichbarer Renderperformance (Renderworks)?
Einerseits fehlt in meiner Preisliste der sehr hochwertige Bildschirm. Zum Anderen musste bei meinem Rechner nicht alle Hardware in den schmalen Bildschirm gepresst werden. So hat die Hardware genug Platz für die Wärmeableitung. Beim iMac Pro wurden Prozessor und Grafikkarte gedrosselt, der RAM ist sehr langsam getaktet. Bei meinem Rechner ist sehr schneller RAM verbaut, Prozessor und Grafikkarte sind moderat übertaktet. Grösster Kostentreiber beim iMac Pro ist aber die teilweise extrem teure Hardware, welche man als Vectorworks-Anwender schlicht nicht braucht. ECC RAM ist zum Beispiel sauteuer, bei Serveranwendungen, wissenschaftlichen Berechnungen usw. unerlässlich, für Vectorworks aber ohne Vorteile. Der Xeon Prozessor ist Top für Multithreading, leider ist er sehr langsam getaktet und im iMac Pro sogar noch langsamer als der Standard. Die Minimum 1TB SSD sind ja toll, eine Kombo aus grosser konventioneller Festplatte und kleiner, schneller SSD ist halt einfach viel günstiger. Die Profi-Grafikkarte des iMac Pro ist für Arbeiten ausgelegt, welche den VRAM um ein vielfaches ausfüllen. Sie hat sehr viel, sehr teuren, schnellen, VRAM verbaut. In Vectorworks liegt der leider grösstenteils brach, ausser man rendert in OpenGL. Für Videoschnitt ist die Grafikkarte zum Beispiel unerlässlich. Ich will den Rechner nicht kleinreden. Er ist sein Geld absolut wert, wenn man zur Zielgruppe gehört (Wissenschaftler, Video-Artists usw.). Einen Rechner mit wirklich vergleichbarer Hardware des iMac Pro bekommt man nirgends günstiger. Ein in Vectorworks ähnlich performanter Rechner kostet aber nur die Hälfte.

Fazit
Für die projektierte Aufgabe (möglichst schnelle Renderworks-Renermaschine) ist der Rechner tiptop. Kaffeezeiten haben sich merklich reduziert Smile Fürs OpenGL haben wir aber stärkere und viel günstigere PCs im Büro. Auf Kosten von (im Arbeitsalltag kaum merkbarer) OpenGL-Performance bekommt man die 4-fache Rendergeschwindigkeit. Der Rechner kostet dafür aber auch etwa doppelt so viel, wie eine normale Vectorworks-Arbeitsstation.

Danke für die toll Zusammenfassung!
Eine Frage: Fürs OpenGL haben wir aber stärkere und viel günstigere PCs im Büro --> Ich dachte dass Renderworks mehrPower als OpenGL benötigt!?

Nikolaus Fedl
VW 2018 SP3 R1, OS Sierra, iMac, 4 GHz Intel Core i7, 32 GB, AMD Radeon R9 M295X 4096 MB, 8TB Fusion Drive. http://www.fedl.eu; http://www.gartenplanung-fedl.at; http://www.freiraumarchitektur.at; http://www.schattenbild.at; http://www.gartenarchitekten.at
30.04.2018 10:08
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herbieherb
Beitrag: #4
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

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Vectorworks-Guru
Registriert seit: 25.04.2013
Beiträge: 1.897
Erst mal danke für die Lorbeeren Smile

OpenGL wird in den allermeisten Rechnern von der Single-Threading-Leistung des Prozessors begrenzt. Ausser du hast Bildschirme mit extrem hoher Auflösung. Die Vorberechnung in OpenGL läuft im Prozessor und wird nicht auf mehrere Kerne verteilt. Darum wird auch die Grafikkarte beim OpenGL meist nicht ausgelastet. Die Taktrate des Prozessors ist also entscheidend für die OpenGL-Performance.
Der Vorgestellte Rechner kommt im Cinebench auf einen OpenGL-Wert von nur gerade um die 110. Unsere bald drei-jährigen Rechner welche dazumals um die 1700.- CHF kosteten haben einen i7-6700K 4-Kern 4-4.5GHz Prozessor. In Kombination mit einer Geforce GTX1070 kommt der mit ein bisschen OC auf einen OpenGL Cinebench von 140.
Bei Renderworks kommts praktisch ausschliesslich auf die Multithreading Leistung an. Darum schneidet der Threadripper da so gut ab.


Vectorworks 2018 SP3 - Architektur - Win 10
30.04.2018 11:08
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Seb
Beitrag: #5
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

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Registriert seit: 02.05.2017
Beiträge: 45
fast genau die gleich config wie mein arbeitsrechner.. nur hab ich zur schneller speicherung was programme und backups angeht noch ne M2 960 evo pro drinn...

bin mal gespannt was der 2950x dann bringt ... angekündigt wurde dieser am Wochenende ja zumindest schon einmal.

WIN 10 --- VW 2018 Interiorcad
AMD Ryzen 1950x --- Zotac 1080TiAMP!Extrem
30.04.2018 11:46
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zoom
Beitrag: #6
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

Offline

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Vectorworks-Guru
Registriert seit: 26.03.2014
Beiträge: 2.072
Auf den warte ich auch erst mal.
Die 2xxxer Ryzens sollen ja 10-15 % schneller sein.

Hört man eigentlich die Pumpen von AiO Wasserkühlungen ?

Mac Pro D700 mac OS 10.13
VW 2018 ARCH INTERNATIONAL
30.04.2018 12:00
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herbieherb
Beitrag: #7
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

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Vectorworks-Guru
Registriert seit: 25.04.2013
Beiträge: 1.897
Ja, die 960 EVO wär wirklich die bessere Entscheidung gewesen, da viel schneller und nur wenig teurer. Die 960 PRO gibts leider nur als 512 MB Variante.
Die Wasserkühlung ist so ruhig, da hörst du nichts. Nur die Ventilatoren hörst du ganz leise, wenn du das Radio ausschaltest Smile Ich habe jedoch auch andere Modelle im Einsatz, bei welchen man die Ventilatoren deutlich hört und unter Vollast schon mal fast störend sind. Das einzige was du beim angegebenen Modell bemerkst ist die heisse Luft, die oben rauskommt. Wenn du also im Winter kalt hast, beginnst du einfach zu rendern Big Grin


Vectorworks 2018 SP3 - Architektur - Win 10
30.04.2018 12:33
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zoom
Beitrag: #8
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

Offline

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Vectorworks-Guru
Registriert seit: 26.03.2014
Beiträge: 2.072
Danke gut zu wissen.
Normalerweise wäre mir ja simple Luftkühlung lieber.
Aber beim PC gefällt mir einfach nicht wenn eine CPU ihre warme Luft in die
nächste CPU oder die 2. Hälfte der RAM Bänke bläst oder lineare Komponenten
quer zum Luftstrom stehen etc.
Das geht mit Wasser in der Regel schöner.

Wie sieht es mit den Grafikkarten aus ?
Ich hätte ja gerne eine die ihre Abluft nach draussen bläst. Die scheinen aber
eher lauter und vor allem von der Frequenz unangenehmer zu sein.
Das hatte ich am alten Mac Pro, ständig auf und abschwellenden Lüfter
wenn man die 3D Ansicht dreht.
Will ich nicht mehr, also auch Wasser (?)

Den derzeitigen nMac Pro hört man einfach überhaupt nicht.
Beim Rendern kann man ihn gerade mal erahnen.
Dagegen ist eine externe SATA SSD lauter.

Mac Pro D700 mac OS 10.13
VW 2018 ARCH INTERNATIONAL
30.04.2018 12:58
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herbieherb
Beitrag: #9
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

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Vectorworks-Guru
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Meistens baute ich bisher Blockkühler ein. Die lassen sich super auf den hinteren Gehäuseventilator richten. Die Luft geht also nach der Prozessorkühlung aus dem Gehäuse. Der Threadripper produziert aber derart viel Wärme bei Renderjobs, da reicht ein Blockkühler einfach nicht mehr. Ich hatte einen Probehalber montiert, der Threadripper war damit schon ohne OC bei über 65°C.
Wenn du leise haben willst, setze auf möglichst grosses Gehäuse und viele Lüfter. Genau deshalb hab ich die Grafikkarte und Wasserkühlung mit je 3Lüftern gekauft. Ausserdem sind noch drei Gehäuselüfter drin. Die laufen dann so langsam, dass ich sie auch unter Vollast nur höre, wenn ich mich drauf konzentriere und es ansonsten absolut ruhig ist.
Bei der Grafikkarte würd ich einfach eine mit drei Lüftern nehmen. Die hört man dann ebenfalls nicht. Wasserkühlung wäre möglich, ist aber nur fürs OC notwendig. Für leisen Betrieb reichen drei konventionelle Lüfter.


Vectorworks 2018 SP3 - Architektur - Win 10
30.04.2018 13:39
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Seb
Beitrag: #10
Betreff des Beitrags: RE: Renderworks optimierter Rechner

Offline

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Beiträge: 45
achtung bei dem 1950x der zeigt von hause aus schon mehr Temperatur an als er eigentlich hat.

Die Temperaturanzeige der Ryzen-Threadripper-CPUs hat genauso wie bei den Ryzen-7-Modellen mit X-Suffix ein Offset von 27 °C, wird also gewollt höher ausgegeben, um die PWM-Steuerungen auszutricksen und so höhere Drehzahlen zu erzwingen. Dadurch wiederum erhöht sich der Taktspielraum über XFR. Das kommt dem Problem zugute, denn dadurch werden tatsächlich realistische Temperaturen im normalen Betrieb angezeigt.

WIN 10 --- VW 2018 Interiorcad
AMD Ryzen 1950x --- Zotac 1080TiAMP!Extrem
30.04.2018 15:38
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